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hier in Prag miteinander verkehrt; hättet Ihr Nikolas Diewiß ganz vergeſſen?“
„Ei, Herr Stadtſchreiber“, antwortete Wolodna über⸗ raſcht und nahm die dargebotene Hand freudig an;„ich verwundere mich, Euch ſo lange nicht geſehen zu haben, da ich doch ſeit drei Monaten hier in Prag bin!“
„Ich war viel auswärts, auf mancherlei Geſchäfts⸗ reiſen!“
„Ich ſollte Euch auch kennen, Herr Hauptmann“, nahm ein anderer Mann ungefähr in gleichem Alter mit Diewiß, der neben ihm ſaß, das Wort,„ich müßte mich ſehr täu⸗ ſchen, wenn ich Euch nicht im Lager vor Wien beim Grafen Thurn geſehen hätte.“
Wolodna ſah den Gaſt aufmerkſam an. Er hatte bleiche, eingefallene Wangen, etwas unheimlich Unruhiges, faſt Ver⸗ ſtörtes in den Zügen. Sie ſchienen Wolodna bekannt, doch wußte er nicht ſogleich, wohin er den Mann bringen ſollte.
„Herr Tharradel von Ebergaſſing“, nahm Diewiß das Wort für dieſen.
Jetzt erkannte ihn Wolodna gleichfalls. Der ganze Zu⸗ ſtand der Verwirrung, in welchen Tharradel nach dem plötz⸗ lichen Umſchlag ſeiner Hoffnungen gerathen war, kam ihm wieder ins Gedächtniß, da er ſich noch jetzt in deſſen An⸗ geſicht malte. Es war als habe ihn, der die Hand ſo freventlich an ſeinen Fürſten legte, eine höhere ſtrafende Hand gezeichnet. Wolodna war in Verlegenheit, wie er mit Tharradel ein Geſpräch anknüpfen ſolle, denn er mochte der Vorfälle im Lager nicht gedenken. Da fiel ihm Reubner ein, doch konnte er ſich nicht ſogleich auf deſſen Namen beſinnen.„Ihr habt dort einen redlichen Freund verloren“, ſagte er,„wie hieß doch der Alte, der tapfre Graubart, der in der Schanze blieb!“


