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In dem hell erleuchteten Gewölbe Jakob Steffeck's hat⸗ ten ſich denn ſo viele frohe Beſucher geſammelt, daß es ſchwer war noch einen Platz zu finden. Als ein ſpäter Gaſt trat Wolodna ein. Er blickte in dem vollen Ge⸗ wölbe umher, wo er wol einen Bekannten finden möchte, zu dem er ſich ſetzen könnte, als plötzlich ein Mann mit den Worten„Vater Wolodna“ vom Seſſel aufſprang und auf ihn zueilte.
„Czernig!“ rief Wolodna, als er ihn freudig überraſcht erkannte.„Mein treuer, wackrer Czernig!“ Die beiden Männer küßten ſich wie Brüder.
„Freunde, Ihr da, Herr Pfarrer, Herr Hauptmann Holoduk!“ rief Czernig und ließ Wolodna los,„ſeht doch her, wer hier gekommen iſt!“
Das Wort war kaum heraus, als Wolodna die beiden theuren Freunde, die mit dem Rücken gegen ihn geſeſſen hatten, ſich aber jetzt umwandten, erkannte.
Auch ſie hielten einander in den Armen in der herz⸗ lichſten Begrüßung.
„Wie freue ich mich, ehrwürdiger Herr, Euch hier zu begrüßen“, ſprach endlich Wolodna zum Pfarrer Chlodzek; „das iſt wacker, daß Ihr hierher kommt zu dem Tage der Freude!— Alter Freund Holoduk!— laßt Euch noch einmal küſſen!“
„Die ganze Welt möchte ich heut küſſen“, rief der alte Haudegen und ſchloß den Freund nochmals kräftig in die Arme.
„Daß unſer frommer Vater Nechodom dieſen Tag nicht ſchauen konnte!“ ſagte Czernig.
„Er ſchaut den herrlichſten Tag, den Tag aller Tage“, antwortete der Pfarrer mit fromm gehobenem Blick.„Ihm


