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eine heilige Pflicht, die du erfülleſt, eine Pflicht des Ge⸗ horſams gegen des Herrn ſichtliches Gebot. Der Himmel hat unſeren theuern Kurfürſten in ſeiner reinen frommen Geſinnung zu ſeinem Werkzeuge erwählt, und er darf nicht zaudern ſich dem Willen des Herrn zu unterwerfen. Wie Abraham dem Geheiß Gottes Folge geleiſtet, da er das Schmerzlichſte von ihm gefordert: ſo muß auch der Fürſt, den der Wille Gottes und das Vertrauen der Völker und Fürſten ſchon als den oberſten Schirmherrn der proteſtan⸗ tiſchen Verbindung hingeſtellt hat, auch jetzo ohne Zagen dem Rufe folgen, der an ihn ergangen iſt, durch die leuch⸗ tendſte Fügung des Allmächtigen. Selbſt in Zeichen, die der blöde irdiſche Verſtand zufällige nennt, verkündet ſich der Wille des Herrn, Allen erſichtlich! Der ſechsundzwan⸗ zigſte Tag des Auguſt iſt, wie ihr alle wiſſet, derjenige, der unſerm theuern Kurfürſten das Leben gab.*) Und an dieſem nämlichen Tage gab das böhmiſche Volk, ohne daß Jemand dort deſſen gedacht, vielleicht nicht Einer davon gewußt, unſerm Herrſcher die Krone!**) So iſt er wahr⸗ lich eigen geboren zu dieſem hohen, königlichen Beruf! Kein ſterblicher Menſch hat, als der Fürſt vor dreiund⸗ zwanzig Jahren an dieſem Tage das Licht der Welt er⸗ blickte, vorausgeſchaut, wozu er im Rath der göttlichen Weisheit berufen ſeil Aber das Auge des Herrn hat es geſehen, es hat über ihm gewacht, ihn geleitet, daß er den Tag dieſer fernen Zukunft, den Tag ſeiner Verherrlichung erreiche! Und ob auch ſchwere Opfer gefordert werden, ob dräuende Gefahren die Bahn umſchweben: wandle ſie ge⸗ troſt, denn der Herr hat dich dazu berufen und geweihet!“—
*) Hiſtoriſch. **) Hiſtoriſch.


