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Dann hielt Scultetus die Predigt, deren Text er aus dem Buche Joſua im erſten Capitel gewählt hatte*): „Mache dich nun auf, und ziehe über dieſen Jordan in das Land, das ich den Kindern Iſrael gegeben habe. Alle Städte, darauf eure Fußſohlen treten, habe ich euch ge⸗ geben!— Es ſoll dir Niemand widerſtehen dein Lebelang. Wie ich mit Moſe geweſen, alſo will ich auch mit dir ſein. Ich will dich nicht verlaſſen, noch von dir weichen!— Sei nur getroſt und ſehr freudig, daß du halteſt und thuſt alle Dinge nach dem Geſetz, das dir Moſes mein Knecht gegeben hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, auf daß du weislich handeln mögeſt in Allem was du thun ſollſt.— Und laß das Buch dieſes Geſetzes nicht von deinem Munde kommen; ſondern betrachte es Tag und Nacht, auf daß du halteſt und thuſt allerdinge nach Dem, was darin geſchrieben ſteht. Alsdann wird dir's ge⸗ lingen, in Allem was du thuſt, und wirſt weislich handeln können!“
Nach dieſen bibliſchen Worten, die der Redner mit feier⸗ licher Stimme verlas, begann er ſeine Predigt. Wie er es ſchon von jeher dem Kurfürſten allein gegenüber gethan, ſo ſtellte er auch jetzt vor allem Volk das Unternehmen deſſelben als ein von Gott ſelbſt ſichtbarlich gebotenes dar, das zur Verherrlichung des Höchſten gereichen ſollte, durch die Feſtigung und Verbreitung der gereinigten Lehre, und den Schutz, den er dieſer von nun an gegen alle Bedrängniſſe von außen, die ſie bisher erfahren, darbieten ſolle. Mit jedem Wort entzündete ſich ſein Eifer zu höher ſchlagenden Flammen. „Nicht nur ein erlaubtes, ein gerechtes Unternehmen iſt es, das du beginnſt, geſegneter Fürſt“, rief er aus;„es iſt
*) Hiſtoriſch.
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