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„Durch wen haſt du die Meldung empfangen, Liebe?“ fragte der Kurfürſt offenbar ſehr beſtürzt über das Ereigniß.
„Die Mutter ſandte ihre Ehrendame, das Fräulein... wie iſt doch ihr Name,— o die ſchweren deutſchen Na⸗ men....
„Das Fräulein von Gemmingen?“ fiel der Kurfürſt fragend ein.
„Ja ganz recht“, erwiderte die Kurfürſtin;„ich habe auch ſogleich die Gräfin Lady Inglefield zu ihr geſandt, um mich nach ihrem Befinden zu erkundigen.“
„Und was fehlt meiner Mutter?“
„Es iſt nur ihr gewöhnlicher Anfall von Migräne!“ ſagte die Kurfürſtin Eliſabeth leicht.
Der Kurfürſt empfand nur zu klar, daß die Krankheit ſeiner Mutter eine vorgegebene ſei. Die Nachricht traf ihn ſo unvermuthet, daß er einen Augenblick nicht wußte, was er thun ſolle. Ob, wie es ihm ſonſt ſeine kindliche Neigung geboten hätte, ſelbſt ihr zu gehen, oder ob hinaufſchicken, oder ob in dieſem Moment nicht lieber überhaupt keine Kenntniß davon nehmen.
Die Kurfürſtin ſah ſeine Unentſchloſſenheit, und in der Beſorgniß, es könne ein ſtörender Einfluß auf die feierliche Handlung eintreten, die eben beginnen ſollte, ſprach ſie drängend, aber leiſe zu ihm, indem ſie auf das Vorzimmer deutete, wo bereits die Hoffräulein, die Kammerherren und Pagen, die dem kurfürſtlichen Paar theils vortreten, theils es geleiten ſollten, verſammelt waren.
„O Lieber, du ſiehſt Alles wartet ſchon auf uns. Es möchte einen üblen Eindruck hervorbringen, wenn wir eine Stockung in das Feſt brächten; ich gebe dir die Verſicherung, daß das Unwohlſein deiner Mutter nicht die geringſte Be⸗ denklichkeit hat! Gib mir deinen Arm!“


