Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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unſeres Geſchicks! Sehr hohen! Ich möchte lieber künftig an deiner königlichen Tafel trocknes Brot eſſen, als an deiner kurfürſtlichen ſchwelgen!*)

Ein flammender Blick des Stolzes leuchtete dabei aus ihren ſchönen Augen. Sie erhob das Haupt mit angebor⸗ nem Adel, und richtete ſich würdevoll empor. Nie war ſie ſchöner geweſen!

Der Kurfürſt, der ſeine Gemahlin anbetete, war ganz hingeriſſen von ihrem Anblick, ergriff ihre Hand, bedeckte ſie mit zärtlichen Küſſen und betheuerte:Ja, Eliſabeth, jetzt fühle ich's, wir gehen einem großen Ziel entgegen; ich erfülle einen hohen Beruf. Oft zweifle ich an mir ſelbſt, allein dein Anblick gibt mir wieder Muth und volle Zu⸗ verſicht!

Der Kammerjunker, Graf Erbach der Jüngere, trat ein mit der Meldung, daß die geſammten Theilnehmer am feſtlichen Zuge im Ritterſaal verſammelt ſeien.

Iſt die Frau Kurfürſtin Juliane ſchon benach⸗ richtigt? fragte der Kurfürſt..

O, vergib, mein Lieber, fiel die Kurfürſtin ein,in der Freude, dich zu begrüßen, vergaß ich dir zu ſagen, daß deine theure Mutter ſich unpäßlich befindet. Sie ſchickte vor einer halben Stunde zu mir herunter und ließ mir anzeigen, daß ſie dem Zuge nicht beiwohnen könne!

Und mir hat Niemand eine Meldung von der Unpäß⸗ lichkeit Ihrer Hoheit gemacht? fragte der Kurfürſt und ſah den Grafen Erbach mit zürnender Verwunderung an.

Ew. kurfürſtliche Gnaden verzeihen, aber mir wird das betrübende Ereigniß erſt dieſen Augenblick bekannt! ſprach der Graf.

*) Hiſtoriſch.