ſondern unruhig, haſtig geſtachelt! Mit Ungeduld erwartete
er die Stunde zum Aufbruch nach der Kirche. Es war noch eine kurze Zeit bis dahin, doch die Minuten hatten für
ihn einen bleiernen Gang. Endlich war der Augenblick da. Er ging hinüber zur Kurfürſtin, um dieſe zum Kirchgang ab⸗ zuholen.
„Guten Morgen, mein theurer Friedrich!“ rief ihm Eli⸗ ſabeth entgegen, als er in die geöffnete Thür des Cabinets trat, wo ſie ſich ganz allein befand. Sie eilte auf ihn zu und reichte ihm die roſigen Lippen mit ſo lächelnder Grazie dar, daß er ganz bezaubert von ihrer Lieblichkeit war. Nie hatte ſie ihn herzlicher geküßt als in dieſem Augenblick. Dem heitern Sonnenlicht ihrer Erſcheinung gegenüber ſchwan⸗ den die finſtren Wolken ſeines innern Unmuths.
„Ich komme dir doch nicht zu früh?“ fragte er;„ich war ungeduldig, Liebe, dich zu begrüßen!“
„Das freut mich von ganzem Herzen“, entgegnete ſie mit frohem Ausdruck der Züge.„Allein auch ich ſehnte mich nach deinem Anblick, denn ich ſehe dich ja in einem
neuen Glanze.“
„Nicht zu voreilig, Theuerſte“, fiel er ihr ins Wort. „Die Zukunft ſteht in Gottes Hand!“
„O, was der Himmel ſo ſichtbar fügt, wird er auch ganz vollführen, mein theurer Friedrich!“ antwortete ſie lebhaft. „Was ſollte uns nun noch im Wege ſtehen? Wir waren es ja nur ſelbſt, die bisher die Hinderniſſe bereiteten!“
„So wichtiger Schritt durfte nicht übereilt gethan wer⸗ den, meine Theuerſte; gebe nur Gott, daß wir ihn nie bereuen!“
„Was das anlangt, ſo verbürge ich mich für mein Theil dafür“, antwortete die Kurfürſtin mit einigem Stolz. „Ja, Friedrich, ich lege hohen Werth auf dieſe Wendung


