Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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nun iſt doch nichts mehr zu ändern!) Da faßte ich mir ein Herz und ſprach ſo eindringlich ich nur vermochte: «Möchte mein gnädigſter Herr Kurfürſt doch dieſes Schreiben beherzigen. Es dünkt mich nur allzu wahrhaften In⸗ haltes!)

Der Kurfürſt ging ſchweigend auf und nieder. Ich konnte nicht ſchweigen.«Erwägen Ew. Gnadens, hub ich nochmals mit bittendem Ton an,«ob die Verantwortung nicht allzugroß iſt, die Sie auf Dero fürſtliches Haupt laden! Der Kurfürſt ſah mich lange ſchweigend an und fragte dann, indem er mit dem Finger auf eine Stelle zeigte:«Ihr meint dieſe Worte da, nicht wahr?

Ich wollte eben Ja ſagen, als der Kammerdiener eintrat und den Rath Camerarius anmeldete. Der Kurfürſt befahl, daß er eintreten ſolle, und hieß den Kammerdiener auch bleiben. Dann ſagte er zu mir:«Nun leſet einmal vor, ich will nichts heimlich dabei wiſſen.» Ich las die Stelle, ſie lautete*):«Mögen Ew. Liebden wohl bedenken, welch eine große Unruhe im Reiche, allgemeiner Krieg und Blutvergießen daraus entſtehen würde, von deſſen Urhebern die Hiſtorien ſo lange die Welt ſteht zu reden haben würden!»

So haben die Kurfürſten an unſern gnädigſten Herrn geſchrieben, unterbrach Agathe, und Staunen malte ſich in ihren jugendlichen Zügen und ängſtliche Beſorgniß in denen Margarethens.

So haben ſie Wort für Wort geſchrieben, antwortete Rippell mit feierlich ſchmerzlichem Ausdruck,und nie, ſo lange ich lebe, werde ich dieſe ſchwer gewichtigen Worte vergeſſen; nicht um die Schätze der ganzen Welt möchte ich,

*) Hiſtoriſch.