Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Meine liebe Margarethe ſei herzlich begrüßt, ſagte er, nachdem er ſich Agathens Umarmung und ihren freudigen Küſſen entzogen hatte, und küßte auch ſie auf Mund und Stirn.Aber es iſt doch zum Erſtaunen, was ihr euch gleicht, Kinder! rief er aus;wenn man euch Beide einige Zeit nicht geſehen hat, fällt es erſt recht auf! Weißt du wol, Margarethe, daß ich ſelbſt im Begriff war dir die Hand auf die Schulter zu legen, weil ich dich für Agathe hielt! So erkennt der Vater ſeine eigene Tochter nicht mehr!

O laßt mich nur auch Eure Tochter ſein, antwortete dieſe mit ſanftem Ton,wenigſtnes will ich Euch ebenſo lieben und ehren!

Gutes Kind! ſagte Rippell und ſtreichelte ihr die Wangen.

Aber wie kommt es, daß du ſchon heut zurückgekehrt biſt, beſter Vater, fragte Agathe.Der Leibjäger Günther, der heut Mittag von Rothenburg eingetroffen iſt, meldete den Kurfürſten auf morgen an!

Der Kurfürſt kommt auch erſt morgen. Ich habe den Auftrag bekommen ihm voranzureiſen, erwiderte der Rath mit ernſter Miene,um alles für ſeine Abreiſe von hier ſchnell in Bereitſchaft zu ſetzen, ſoweit es die Kanzlei betrifft!

Abreiſe von hier? fragte Agathe erſtaunt, und aug Margarethe hing mit fragenden Blicken an ſeinen Zügen.

Ja, mein liebes Kind, antwortete Rippell und wurde ſeiner inneren Bewegnng ſchwer mächtig,es iſt nunmehr entſchieden, wir gehen nach Böhmen!

Nach Böhmen? riefen alle Beide wie aus einem Munde.Wir?