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kühler Thautropfen, ein milder Sonnenſtrahl der Erquickung geworden iſt.
Das fröhliche Feſt der Weinleſe hatte durch ſeinen Auf⸗ ſchwung auch in das Gemüth der ſo ſchwer Bedrückten einen Schimmer der Freude geworfen. Margarethe und Agathe wetteiferten unter munterm Geſpräch, wer die ſchönſten Trauben ausfände; denn es ſollte jetzt nur die feinſte Ausleſe zur Kelterung des vorzüglichſten Weines ge⸗ ſchnitten werden.
„Laß uns recht rührig ſein, Margarethe“, ſagte Agathe „damit wir heut fertig werden, morgen kommt der Vater gewiß zurück, und dann ſoll er Alles gethan finden. Wie wird er ſich der reichen Ernte freuen!“
„Fertig wollen wir ſchon noch werden, wenn auch die Sonne ſchon tief ſteht“, antwortete Margarethe,„dies Ge⸗ ſchäft geht mir flink von der Hand, darin bin ich geübt! Ach! Was würden unſere Berge in dieſem Jahr getragen haben“, ſetzte ſie mit einem Seufzer hinzu.
„Du armes liebes Mädchen“, antwortete Agathe freund⸗ lich;„aber du mußt nicht traurig ſein. Das iſt ja nun dein Berg auch!“
„O dein Vater iſt ſo übergütig! Wenn ich ihm doch jemals vergelten könnte!— Ich kann nur für ihn beten, aber ich thue es jeden Morgen!“
„Du gutes Kind“, ſagte Agathe, und dem weichen Mädchen trat eine Thräne in das helle Auge,„das iſt die beſte Vergeltung! Dein Gebet wird der Himmel gewiß er⸗ hören, und dann geht es uns Allen wohl!“ Sie wollte aber ihre Rührung nicht Herr über ſich werden laſſen, weil Margarethe ohnehin ſchon traurig genug war. Mit dem Ton ſcherzender Drohung ſetzte ſie daher lächelnd hinzu:


