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denn er ſagte:„Ich bäte ja nur für mich, daß der Kur⸗ fürſt die Pflichten gegen Diejenige übernähme, die der Him⸗ mel mir zugewieſen hat.“
Camerarius hatte, von der Lage der Dinge unter⸗ richtet, aus freien Stücken gethan was in ſeinen Kräften ſtand; er hatte die Witwe zu ihrer Bittſchrift bewogen und ſie warm befürwortet; das Gleiche that er für die Tochter, allein ebenſo vergeblich. So hatten die beiden weltlichen Räthe des Kurfürſten ungleich chriſtlicher an dieſen Armen gehandelt als ſein geiſtlicher Rath. Sein Chriſtenthum lehrte ihn nicht lieben und vergeben, ſondern im er⸗ hitzten Eifer nur haſſen und verfolgen! Daher war er, überhaupt nicht Rippell's Freund, ſondern dieſem nur ſchein⸗ bar wegen des hohen Anſehens, in dem er bei dem Kur⸗ fürſten ſtand, wohlwollend, mit unerbittlicher Verfolgungs⸗ ſucht dem wohlthuenden Handeln des redlichen Ehrenmannes zuwider geweſen und hatte keine Gelegenheit verſäumt, den Kurfürſten übel gegen die ſo hart vom Geſchick Betroffenen zu ſtimmen. Ja, er war ſo weit gegangen, die Handlungs⸗ weiſe Rippell's durch Andeutungen zu verdächtigen, denen er das zufällige Spiel der Natur, welches beide Mädchen ſo ähnlich gebildet hatte, zum Grunde legte. Waren dies bewußte Verleumdungen, oder ſchöpfte ſein argwöhniſcher Sinn wirklich ſolchen Verdacht.... darüber blieb er allein der Richter!
Die heitre Beſchäftigung, in der die beiden jungen Scheinſchweſtern eben begriffen waren, konnten die Tage des Schreckens und die noch fortdauernden der Sorge und des Kummers, welche Margarethe überdauert hatte, kaum ahnen laſſen. Allein die Jugend überwindet das Schwerſte, und richtet ſich, wie die Halme des jungen zarten Grüns, mit friſcher Lebenskraft wieder auf, wenn ihm nur ein


