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zu Neckarſteinach, waren jetzt wieder Hausgenoſſinnen.— Margarethe hatte die traurigſten Zeiten durchlebt; ſie war völlig eine Waiſe geworden, auch durch den Tod ihrer Mutter Elsbeth. Ganz allein und hülflos hätte ſie in der Welt dageſtanden, wenn nicht der redliche, wohlwollende Rippell ihr zweiter Vater geworden wäre.
Die Schickſale, welche ſeit jener Schreckensnacht über die Familie hereingebrochen waren, hatten ſich ſichtbar voll⸗ endet. Scultetus' fanatiſcher Eifer gegen den unglücklichen Walter, dem er es nicht vergeſſen noch vergeben konnte, daß dieſer ſeiner calviniſtiſchen Bilderſtürmerei mehrmals mit freimüthigem Wort und ſelbſtändiger That entgegen⸗ getreten war, hatte bei dem Kurfürſten obgeſiegt über Ca⸗ merarius' vermittelnde Einmiſchung. Es war dem Hof⸗ prediger gelungen, es dem Kurfürſten als eine Gewiſſens⸗ ſache darzuſtellen, nicht durch Milde gegen die Gottloſen ein übles Beiſpiel ſträflicher Duldung zu geben und die Lockerung des kirchlichen Sinnes zu befördern. So blieb denn die bedrängte Witwe ohne Hülfe, und das von den Regenfluten und dem vernichtenden Hagelſchlag jener Ge⸗ witternacht gänzlich zerſtörte Beſitzthum, die zerknickten Fel⸗ der, die unterwühlten Weinberge und Gärten, die mit Schlamm, Sand und Gerüll überſchwemmten Wieſen fielen den drängenden Gläubigern anheim, und Frau Elsbeth mußte mit ihrer Tochter Haus und Hof verlaſſen!— Angſt, Sorge, Anſtrengung durch die treueſte Pflege am Kranken⸗ bett ihres Mannes hatten auch Elsbeth's Kräfte erſchöpft. Wenige Wochen nach ſeinem Hingange folgte ſie ihm nach. Der redliche Rippell bot der unglücklichen Margarethe ſein Haus als bleibende Zuflucht für alle ihre Lebenstage an. Er that Alles für ſie, was er vermochte; aber er ver⸗ mochte nicht, ſelbſt für ſie bei ſeinem Herrn zu bitten;


