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gebreiteten Tüchern. Die Männer trugen die ſchweren Kübel, mit dem Reichthum beladen, von den Höhen der Berge auf den ſteilen Felspfaden zwiſchen den Mauern herab. Freudiges Staunen, helles Lachen, vielfältiger Jubel erklang aus den belebten Bergen. Die Burſchen und Mädchen trieben Scherz und Neckereien. Manche ſich ſträubende blauäugige Dirne wurde derb auf die Wangen geküßt; da⸗ für mancher muthwillige Backenſtreich vertheilt. Aber weder der Kuß noch die Ohrfeige brachten Harm und Unfrieden. Die Verſöhnung war bald hergeſtellt, der Friede geſchloſſen, Luſt und Freude glänzten und erſchallten überall. Aus den bunten Gruppen der mit Weinlaub bekränzten Mädchen und Jünglinge, die im goldenen Herbſtſonnenſtrahl zwiſchen den Reben leuchteten, ſowie aus den Zügen, die ſich, Männer und Frauen bunt gemiſcht, mit Körben und Kübeln auf den Köpfen, die Berge hinab zur Kelter bewegten, erklangen fröhliche Geſänge; die Tücher wehten, die Hüte wurden ge⸗ ſchwungen und Jauchzen erfüllte die Lüfte.
Auch in dem kleinen Weinberge des redlichen Rathes Leander von Rippell herrſchte ein anmuthiges, wenn auch nicht ſo bunt fröhliches Leben. Zwei reizende junge Mäd⸗ chen, denen das hellbraune Haar lockig unter dem breiten, mit grünem Rebenlaub umwundenen Strohhute herabflat⸗ terte und den Nacken umſpielte, hielten die blanken Winzer⸗ meſſer in der Hand und ſchnitten die ſchönſten Trauben ausleſend ab. Jeder hätte ſie nicht nur für Schweſtern gehalten(doch waren ſie es nicht), ſondern ſogar für Zwil⸗ lingsſchweſtern, ſo glichen ſie einander an Geſtalt, Haar und Zügen; auch an Tracht, denn ſie hatten es unſchuldig lieb gewonnen, ihre Aehnlichkeit durch übereinſtimmende Klei⸗ dung faſt zur Gleichheit zu erhöhen. Agathe, des Raths Tochter, und Margarethe, die des Gaſtwirths Walter


