Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Streben habe, das: mit allen ſeinen reichſten Gaben, be⸗ glückend, hingebend, opfernd, ganz in einem andern aufzu⸗ gehen. Dem Prinzen trat die reine Geſtalt der Geliebten als ein leitender Engel auf ſeiner Bahn entgegen, und mit jugendlich begeiſtertem Schwur gelobte er es ſich, ihr jede Kraft ſeines Lebens und freudig das Leben ſelbſt darzu⸗ bringen. Sein feuriges Herz flammte hoch auf in dem glühenden Verlangen, ſich in den Kampf zu werfen für die Sache, die ihm an ſich ſchon eine heilige war und welche ihm jetzt als die der Geliebten zwiefach als ſolche erſchien.

Heinrich Thurn war voll kühner Jünglingsentſchlüſſe und Hoffnungen; er wäre gern in dieſer Minute in vollem Roſſeslauf mitten in die Schlacht geſtürmt, um, das Panier des Glaubens vorantragend, den Heldentod zu gewinnen.

In Otto von Loß' ernſter und vielleicht vorahnender Seele härtete ſich nur der längſt gefaßte männliche Ent⸗ ſchluß noch feſter, mit jeder Kraft auszuharren in Arbeit, Gefahr und Prüfung, und wenn die Sache, für die er das Leben einſetzte, nicht ſiegte, doch zu zeigen, daß ſie unbe⸗ ſiegbar ſei in der Bruſt Derjenigen, die ſie in frommer Glaubenstreue umfaßt hatten.

So erwarteten dieſe innig verbundenen Freunde die Schickungen der Zeit, die verhüllt, aber näher und näher am Horizont heraufſchwebten.