Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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der Kaiſer dem Könige oder Herzoge hinderlich ſein in der Erfüllung mancher Verſprechungen, die dieſe geben könnten.

Das wäre dann auch für Böhmen kein Nachtheil, bemerkte Otto von Loß, der bis dahin als ruhiger, aber ſehr aufmerkſamer Zuhörer dem Geſpräche beigewohnt hatte.

Gewiß nicht, bekräftigte Jeſſenius,allein von an⸗ dern Seiten muß Böhmen allerdings in dem Kaiſer Fer⸗ dinand einen gefährlicheren und mächtigeren Feind ſehen als in dem Erzherzoge von Oeſterreich. Es hat alſo ſeine Kräfte energiſcher zuſammenzuraffen, um ſeine Rechte zu behaupten, ſein hohes Ziel zu erreichen.

Wie danke ich Euch, mein würdiger Freund, richtete die Gräfin warm das Wort an ihn,für alle Eure Mit⸗ theilungen und Eure ruhige Betrachtung der Verhältniſſe. Meine Seele ſchöpft daraus neue Hoffnungen, mein Herz neue Friſche! Ach, wenn die Verwirrungen, in denen wir uns befinden, ſich glücklich löſen, welch einem beſeligenden Zuſtande gehen wir entgegen!

Das ganze Volk und Land und jeder Einzelne, be⸗ kräftigte Jeſſenius, indem er von ſeinem Seſſel aufſtand und den Blick würdig erhob.Jch glaube feſt, daß dem ſo ſein wird! Und wir ſelbſt, hoffe ich, werden dieſe Tage ſchauen fuhr er mit bewegter Stimme fort.Wir, die wir die Arbeit des Kampfes übernommen, werden auch ſchon der Früchte theilhaft werden. Zwar Mancher, ſprach er ernſt und ſah hinaus in die Abendglut, deren letzte Streifen jetzt am dunklen Nachthimmel verglommen,ſieht dieſe unfehlbar wiederkehrende Sonne nicht aufgehen! So mag es auch Manchem unter uns beſchieden ſein, den Tag des ſchönen Lichtes nicht zu erleben! Deſſen Troſt