Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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hoffentlich bald näher rücken. Es waren in Prag heut früh ſchon Nachrichten eingetroffen, wonach Bethlen Gabor ſtark in Ungarn vordringt.“.

„Dann müſſen wir auch vorwärts, ihnen entgegen!“ rief Heinrich mit jugendlichem Feuer.„Wenn unſere Heere erſt vereinigt ſind, ſo wollen wir wie geſchwollene Stroͤme von den Bergen in das öſterreichiſche Land eindringen!“

„O daß erſt entſchieden wäre, ob wir den Ruhm thei⸗ len werden!“ ſeufzte der Prinz von Anhalt und ſtand un⸗ ruhig von ſeinem Sitze auf..

Thekla's glänzendes Auge folgte ihm. Er trat gegen den Balcon hin und blickte in das flammende Abendroth hinaus. Sein edles Profil zeichnete ſich klar auf dem gol⸗ digen Hintergrunde. Eine Miſchung von Unwillen, Schmerz und ſtolzer Erhebung lag auf ſeinen Zügen. Ein leiſer ſüßer Schauer der Freude durchzitterte Thekla, als ſie ihn ſo erblickte.

Der Ausruf des Prinzen, den ihm die überwallende Empfindung entlockt hatte, bewirkte eine erneute, etwas peinliche Stille im Gemach. Der Kurfürſt von der Pfalz hatte ſich noch nicht mit Sicherheit über die Annahme der böhmiſchen Krone erklärt. Seine Unſchlüſſigkeit, ohne Zweifel die Frucht der Unſicherheit ſeiner Berechtigung mit, hatte ihn auch nach der erfolgten Wahl nicht verlaſſen. Dies machte natürlich in Prag einen üblen Eindruck. Man konnte den Prinzen nichts davon empfinden laſſen und ſo⸗ gar ſeinem unwilligen Ausbruche nicht beiſtimmen, weil darin eine Anklage des Fürſten lag, der ſein Gebieter war.

Jeſſenius nahm vermittelnd das Wort:„Bei folge⸗

ſchweren Entſcheidungen iſt reifliche Ueberlegung zuvor unſtreitig vom höchſten Vortheil. Nur der wohlbedachte