Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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ſprünglich ſchwarz, waren ſchon merklich grau gemiſcht; ſein Auge leuchtete mit mildem, aber ſicherm Blick. Neben ihm hatte der gleichfalls bejahrte Otto von Loß ſeinen Platz genommen. Auf der andern Seite des Feuers ſaß, dieſem zunächſt, Thekla; neben ihr der Prinz Chriſtian von Anhalt, dann ihr Bruder. So ſchieden ſich Jugend und reifere Jahre.

Jeſſenius, der gelehrte Arzt, der einſichtsvolle Staats⸗ mann, der von Glaubensüberzeugung ernſt und tief durch⸗ drungene Mitſtreiter in dem Kampfe, den Böhmen unter⸗ nommen, feſſelte die Aufmerkſamkeit Aller durch die Mit⸗ theilungen, welche er über ſeine jüngſten, in wichtigen Ge⸗ ſchäften unternommenen Reiſen nach Ungarn und Sieben⸗ bürgen machte. Graf Mathias Thurn, der ihm ein beſon⸗ deres Vertrauen ſchenkte, hatte ihn, da er auf der Rückkehr bei dieſem im Lager einſprach, gebeten, ſich von Prag aus einen oder zwei Tage abzumüßigen, um die Gräfin in Karls⸗ ſtein aufzuſuchen und ihr beſorgliches Gemüth über den Stand der öffentlichen Angelegenheiten zu beruhigen. Jeſ⸗ ſenius ſelbſt blickte in die Zukunft der Dinge mit einem Vertrauen, das ſeine Wurzeln in der feſten Zuverſicht fand, mit der ihn ſein Glaube erfüllte. Denn er war im tief⸗ ſten Innern von den göttlichen Wahrheiten durchdrungen, die er in ſeiner geläuterten Erkenntniß fand. Er verhehlte es ſich nicht, daß der begonnene Kampf um dieſelben ein ſchwerer, alle Kräfte herausfordernder ſein werde, denn die Macht der Gegner war groß, die Kraft ihres Wollens be⸗ harrlich, und Viele wurden von gleicher Gewalt der Ueber⸗ zeugung begeiſtert, weil gerade in höchſten Dingen der Menſch ſich oft für das Entgegengeſetzte in den Kampf wirft, unwiderlegbar durchdrungen davon, daß er das einzig Wahre erfaßt habe.— Auch war Jeſſenins