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Vierzehntes Capitel.
In dem nämlichen Saale der Burg, wo wenige Wochen zuvor Graf Mathias Thurn im Kreiſe der Seinigen die alte Genoſſenſchaft mit Mansfeld herzlich erneuert hatte, ſaß jetzt wiederum eine kleine Zahl eng Verbundener trau⸗ lich beiſammen. Es waren Eliſabeth und Thekla, Heinrich, der Prinz Chriſtian von Anhalt, der Burg— graf Otto von Loß und Jeſſenius. Thereſe befand ſich zu Prag mit ihrem Vater, im Thurn'ſchen Palaſte; der Graf hatte ihm Aufträge dort gegeben, wozu er einer⸗ ſeits eines ruhigen, erfahrenen Mannes bedurfte, dem er volles Vertrauen ſchenken konnte, und die andererſeits die Kräfte des alternden Mannes weniger in Anſpruch nahmen als die Anſtrengungen des Kriegs. Thereſe ſelbſt ſah einem Zeitpunkt entgegen, wo die Stadt ihr einen angemeſſenern Aufenthalt bot als die Einſamkeit auf Karlsſtein.
Der herbſtliche Abend wurde im Thale raſch kühl; die Thüren zum Balcon waren daher nicht geöffnet, ſie ließen aber durch die Glasſcheiben den von der Nachglut der unter⸗ gehenden Sonne prächtig gefärbten Abendhimmel voll herein⸗ ſchimmern. Im Kamin, an der Wand gegenüber, loderte die trauliche Flamme, um die der Kreis ſich gereiht hatte. Zur Rechten deſſelben, zunächſt dem Feuer, ſaß die Gräfin Eliſa⸗ beth; neben ihr Jeſſenius, ein Mann in reiferen Jahren, von feſten, Geſundheit des Körpers und der Seele klar ausdrückenden Zügen. Er trug ein einfaches, ſchwarzes, etwas faltiges Kleid, wie es die Sitte der Gelehrten und
vorzugsweiſe der Aerzte war. Haupthaar und Bart, ur⸗ 8**


