Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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das Thal hinab. Indem ſie ſich ein wenig wandte, traf ihr Blick die Höhe der Thurmzinnen, und ſie erkannte die beiden Geſtalten droben. Ihr Bruder winkte fröhlich mit ſeinem Barett; ſie neigte leiſe wiegend das ſchöne Haupt, trat aber ſogleich in die Thür des Altans zurück.

„Wird die Gräfin nicht auf uns warten?“ fragte der Prinz beſorgt.

„Wir wollen gleich hinunter. Doch blicke noch einmal dort hinüber! Hinter jenen Bergen liegt Sanct⸗Jwan, die berühmte Kirche und Grabſtätte des heiligen Jwan. Das iſt auch eine Landſchaft! Wie ſich da die Felſen thürmen und die Thäler ſchauerlich klüften! Auch iſt die Höhle ſehr merkwürdig, wo der Sage nach der heilige IZwan als Einſiedler vierzig Jahre gewohnt hat. Das können wir morgen zu Roß ebenfalls beſuchen; vielleicht begleiten uns meine Mutter und die Schweſter.“

Ein freudiger Aufſchwung hob des Prinzen Bruſt. „Das wäre herrlich“, ſtimmte er bei. Der Gedanke an den Spazierritt durch die romantiſchen Thäler an einem ſchönen ſonnenhellen Herbſttage erfüllte ihn mit höchſter Freude.

„Nun wollen wir hinunter“, ſagte Heinrich;„die Sonne tritt hinter die Berge. Einen Augenblick laß uns in unſer Wohnzimmer, denn wir müſſen heut das Gemach theilen, da die Burg nicht ſo viel Zimmer hat, und dann wollen wir zur Mutter.“

Sie ſtiegen die Thurmtreppen hinab.

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