Vetter Maximilian bereden wollte, ſich um die Kaiſerkrone zu bewerben. Es gelang uns damals die Sache zu hin⸗ tertreiben. Der Herzog ſelbſt lehnte ab. Doch jetzt iſt der Plan wieder aufgenommen! Friedrich, dem bei gewiſſen andern Planen, die er jetzt hegt, kein deutſcher Kaiſer ge⸗ fährlicher wäre als der König von Böhmen, trachtet natürlich aus allen Kräften, die Wahl unſeres Herrn zu unterhöhlen, und ſucht von neuem den Herzog Maximilian zur Annahme der Krone zu verlocken.“
„Was Ihr ſagt, ehrwürdigſter Herr“, rief Thyßka aus, der ſtets ſo klug war, ſich durch Lamormain's Mit⸗ theilungen möglichſt überraſcht zu ſtellen, ſelbſt wenn ſie ihm nicht eben unerwartet kamen, wie zum Beiſpiel jetzt; „es iſt doch unbegreiflich, daß der calviniſtifche Fürſt für einen katholiſchen Kaiſer arbeitet!“
„Viel lieber als er es für einen lutheriſchen thun würde“, antwortete Lamormain.„Glaubt mir“, fuhr er fort, indem er Thyßka auf die Schulter klopfte und wahr⸗ haft dämoniſch lächelte:„Er gäbe ſeine Stimme lieber dem Sultan als dem Kurfürſten von Sachſen! Ja, es iſt ſo, der Calviniſt ſetzt die deutſche Kaiſerkrone lieber auf die Hörner des Erbfeindes als auf die Stirn eines lutheriſchen Fürſten!“
„Ihren Haß gegeneinander kenne ich, allein bis zu ſolchem Grade....“
„Und es iſt nicht das allein“, unterbrach ihn Lamor⸗ main.„Die Herren von der Union wiſſen, das Reich ſiele auseinander, wenn ein proteſtantiſcher Fürſt die Stim⸗ menmehrheit erhielte! Man könnte wieder wie vor Zeiten einen Gegenkaiſer erleben! Das ſchreckt ſie denn doch etwas! Darum haben die proteſtantiſchen Candidaten ſo gut als gar keine Wahrſcheinlichkeit. Der Ehre halber
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