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ſondern Auftrage. Du haſt mir feierlich hier vor dem Crucifix zu geloben, daß du ihn genau vollziehen werdeſt, ohne irgend Jemandem auf der Welt, als mir ganz allein, hörſt du, einzig mir, Mittheilungen zu machen. Du weißt, unbedingter Gehorſam iſt die Prüfung, welche allen übrigen voranſteht; haſt du den Muth ſie zu beſtehen?“
„O gewiß, gewiß, theuerſter Vater; vergebt mir nur meinen Irrthum!“
„Nimm die Buße auf dich, gehe den Weg der Beſſerung, ſo weißt du, daß die Vergebung dir gewiß iſt. Jetzt voll⸗ führe das Gelübde für dieſen beſondern Fall. Lege die Linke auf das Crucifix und erhebe deine Rechte zum Schwur.“
Benedetto gehorchte.
„Du gelobſt bei dem einigen Gott“, ſprach Lamormain feierlich,„der da iſt der Vater, der Sohn und der Heilige Geiſt, daß du während deines Aufenthalts zu Madrid alle Befehle, welche ich dir hier mündlich ertheile oder ſchrift⸗ lich ſende, oder durch beglaubigte Perſonen dir zukommen laſſe, auf das pünktlichſte treu, gewiſſenhaft, ohne Zau⸗ dern und eitle Selbſtprüfung erfüllen wirſt!“
„Ich gelobe es!“ antwortete Benedetto; doch ein leiſer Schauer durchzitterte ihn.
„Den Eidbruch trifft die Ausſtoßung aus der Gemein⸗ ſchaft der heiligen Kirche, Gefängniß, Marter, Tod ohne Sündenvergebung“, ſagte Lamormain und ſein Auge haftete finſter, bohrend auf des Jünglings Antlitz. Dieſer er⸗ bleichte, ſeine Knie bebten.
„Jetzt höre!“— Lamormain ging an ſeinen Schreib⸗ tiſch und nahm aus einem der Fächer einige Briefe hervor. „Dieſes erſte Schreiben übergibſt du, ſobald ihr in Madrid angelangt ſeid, ohne daß irgend wer es erfährt, dem


