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Drittes Capitel.
Pater Lamormain trat aus dem Cabinet König Ferdi⸗ nand's mit einem ſo heitern Antlitz, als er nur in den ſeltenſten Fällen zeigte.
„Ich fange an frei aufzuathmen“, dachte er bei ſich ſelbſt,„der Schein der unbedingten Zuverſicht, mit dem ich bis jetzt meine ſchweren Sorgen bedecken mußte, kann nun endlich eine Wahrheit werden. Wir haben Berge abge⸗ wälzt in dieſen letzten Monden! Jetzt, da es geſchehen, erſtaune ich erſt über das Gigantiſche der Arbeit.“— An dieſe Gedanken knüpfte er unmittelbar die Worte zu einem der Lakaien im Vorgemach:„Laßt meinen Wagen vor⸗ fahren, guter Antonio, doch ſo dicht an die Treppe als möglich. Trotz der Sommerzeit ſpüre ich mein Podagra und muß jede Zugluft ſcheuen!“
Der Lakai verbeugte ſich ehrerbietig und eilte dann dem Pater voran die Treppe hinab.— Bald rollte der Wagen mit ihm durch das Burgthor.
In ſeiner Wohnung warteten bereits zwei Perſonen auf ihn; Benedetto Maschino und Pater Thyßka. Auf ihre ehrfurchtsvolle Begrüßung nickte Lamormain mehr wohl⸗ wollend als herablaſſend.„Vergebt, lieber Bruder in Jeſu“, wandte er ſich zu Thyßka,„wenn ich die Geſchäfte mit die⸗ ſem jungen Manne zuerſt abthue. Ich beſorge aber, der Graf Khevenhüller erwartet ihn ſchon lange.— Wir haben dann deſto gemüthlichere Zeit für uns.— Folgt mir, lieber Benedetto.“


