Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

aufgeſchmückten Altar. Ein ſolcher ſchlichter, glaubensrechter Mann hat ſtets einen Freund an mir.

Der Gaſtwirth Walter zum Goldnen Hirſch...

Das iſt Der, welcher den Handel mit dem Herzog Chriſtian von Braunſchweig gehabt hat, fiel der Kurfürſt ein,das iſt ein ungläubiger, gottloſer Menſch!

Nicht mehr! Ihro kurfürſtlichen Gnaden, bemerkte Ca⸗ merarius ernſt.

Hat er ſich bekehrt?

Das weiß der gnädige Herrgott allein, denn er iſt allbereits vor deſſen Antlitz getreten. Vor acht Tagen iſt er verſtorben.

In ſeiner ſündigen Verſtocktheit? fragte der Kurfürſt mit dem Tone des Eiferers..

Iſt mir nicht bekannt, entgegnete der Rath.Allein ſeine Witwe und Tochter flehen Ew. kurfürſtlichen Gnaden um Hülfe an in großer Noth.

Soll man die Frauen und Kinder der Gottloſen unter⸗ ſtützen, wie ſoll man Mittel behalten für die Witwen und Waiſen der Gottesfürchtigen? fragte der Kurfürſt auf⸗ wallend.Und wie kommt es, daß Rippell dieſe Sache mir nicht vorträgt, da er mir doch über den Fall mit dem Herzog von Braunſchweig berichtet hat? Ich weiß ja auch, daß er das Mädchen, die Tochter des verſtorbenen Gottloſen zu ſich genommen hat....

Ew. kurfürſtlichen Gnaden erlauben mir zu berichten, daß dieſelbe ſchon ſeit ſechs Wochen nicht mehr im Hauſe meines Collegen ſich befindet.

Und wo denn?

In ihres Vaters Hauſe, um dieſen zu pflegen. Der⸗ ſelbe erkrankte ſchon gleich nach dem Vorfall, da das heftige Unwetter im Mai, deſſen Ew. kurfürſtlichen Gnaden ſich