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„Darf ich Ew. kurfürſtlichen Gnaden noch Vortrag hal⸗ ten über mehrere laufende Geſchäfte?“ fragte er.
„Berſteht ſich; können wir hier bleiben oder müſſen wir in das Arbeitszimmer gehen?“ fragte der Kurfürſt.
„Es wird ſich Alles ohne weitere Acten hier abthun laſſen, nur der Unterſchriften bedarf es. Es kann aber Ew. kurfürſtlichen Gnaden Alles nachher zur gnädigen Zeichnung vorgelegt werden.“
„Oder ich laſſe Schreibzeug hier herausbringen“, ant⸗ wortete der Kurfürſt und ergriff eine Handglocke, die auf dem Tiſche ſtand. Auf ſein Schellen erſchien ein Lakai.— „Feder und Tinte!“— In wenigen Augenblicken war das Verlangte gebracht, und der Rath hielt ſeinen Vortrag.
„Die Stadt Ladenburg iſt eingekommen um Hülfs⸗ gelder bei dem neuen Kirchbau. Er iſt auf dreißigtauſend Gulden veranſchlagt. Wollen Ew. Gnaden etwas dazu genehmigen?“
„Es iſt eine gut calviniſche Einwohnerſchaft“, antwor⸗ tete Friedrich;„ich will ſie mit fünftauſend Gulden unter⸗ ſtützen.“
„Der Pfarrer zu Weinheim hat das Unglück gehabt, bei dem Beſuch, den er einem Kranken tief in den Bergen gemacht, um ihm das Abendmahl zu reichen, Nachts auf dem Rückwege zu fallen und ein Bein zu brechen. Er iſt in bedrängter Lage und bittet Ew. Gnaden um eine barm⸗ herzige Beiſteuer zur Tilgung der Curkoſten.“
„Es ſollen ihm funfzig Gulden gezahlt werden. Er iſt ein gottesfürchtiger Mann, der allem katholiſchen und luthe⸗ riſchen Götzendienſt abgeſagt hat. Er reicht das Mahl des Herrn an einem einfachen Tiſche, wie unſer Herr ſelbſt an ſolchem geſeſſen, nicht an einem mit Prunk heidniſch


