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„Wenn ich in deiner Stelle wäre, Friedrich, ich ſchlüge die Kaiſerkrone wahrlich nicht aus“, erwiderte ebenſo ſchnell Eliſabeth, und ihr ſchönes Auge funkelte mit erhöhtem Glanz.
„Demnächſt war die Rede von dem Herzog von Sa⸗ voyen!“
„Er iſt zu abenteuerlich, ehrgeizig und ränkeſüchtig, der würde das Reich in tauſend Verwickelungen bringen“, ſagte der Kurfürſt entſchieden.
„Dieſelbe Anſicht ſprach ſich auch in der Verſammlung aus. Graf Rothenburg nannte den König von Däne⸗ mark; allein Alle meinten, der würde gar wenig Anhang und Vertrauen gewinnen. Die Dänen hätten es von jeher nicht wohl mit den Deutſchen gemeint. Das Land liege zu fern.— Genug, das Ende der Berathung war, es ſei doch das Beſte, die Kaiſerkrone beim Hauſe Habs⸗ burg zu belaſſen und den König Ferdinand zu wäh⸗ len. In dieſem Sinne wollte jeder der Herren ſeinem Landesherrn berichten. Ob nun die Herren Kurfürſten die Anſicht theilen werden, iſt freilich eine andere Frage!“
„Friedrich“, ſagte die Kurfürſtin ſehr erregt;„du biſt in einer Lage, wo du unmöglich dem Könige von Ungarn deine Stimme geben kannſt.“
„Vergebt mir, gnädigſte Frau“, wandte Camerarius ein,„ich bin anderer Anſicht, und die Freunde, mit denen ich mich berathen habe, desgleichen. Da es nach der gan⸗ zen Lage der Dinge, die ich erkundet, nicht wohl zu be⸗ zweifeln iſt, daß der König von Ungarn gewählt werde, ſo dünkt es mich auch am angemeſſenſten, daß unſer gnädig⸗ ſter Herr Kurfürſt ihm ſeine Stimme nicht verſage.“
„Ich glaube, Ihr habt Recht, Camerarius“, ſprach Friedrich.„Läßt ſich der Widerſpruch nicht durchſetzen, ſo iſt es beſſer, man erhebt ihn gar nicht.“
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