Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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was die Meinung der Herren war. Es war die erſte Frage, ob es rathſam ſei, einen proteſtantiſchen Kaiſer zu erwählen. Anfangs waren wir aus proteſtantiſchen Lan⸗ den dafür, doch die Einwendungen dagegen waren zu er⸗ heblich.

Zum Beiſpiel? fragte Friedrich.

Das Reich, meinten faſt Alle, werde dann ganz in Zwietracht zerfallen. Die katholiſchen Länder, doch an Größe und Volkszahl noch überwiegend, würden ſo von Mistrauen erfüllt werden, daß ſelbſt, wenn die Fürſten Ruhe und Frie⸗ den wollten, es die Bewohner nicht dazu kommen laſſen würden. Gegen einen proteſtantiſchen Kaiſer würden der Papſt, Italien, Spanien ihre Feindſchaſt richten, und ſelbſt auf Frankreich möchte wenig zu zählen ſein!

Aber auf England, ſagte Eliſabeth ſtolz.

Wenn dann das Reich in ſich in Zwietracht läge, dann würden die fremden Hände ſich überall ausſtrecken und zu⸗ greifen.

Das freilich wäre zu fürchten, ſprach Friedrich, wir haben zu viel der Art ſchon erfahren!

Auch fragte ſich's, wen man wählen ſolle von den evangeliſchen Fürſten. Ein kleiner Regent würde kein An⸗ ſehen haben. Der Kurfürſt von Sachſen würde die Krone nicht annehmen.

Er iſt auch zu erzlutheriſch und immer den Habs⸗ burgern geneigt geweſen, meinte Friedrich.

Der Kurfürſt von Brandenburg, fuhr Camerarius fort,ſei überhaupt nicht der Mann zu ſolchem ſchwieri⸗ gen Amt.

Und ich, fiel Friedrich ſchnell ein,bin dem auch nicht gewachſen. Ihr kennt darüber ſchon längſt meine An⸗ ſicht, Camerarius!