Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Rothkirch und der Freiherr Hans von Thüngen, ein ſehr unterrichteter Mann in Staatsſachen. Aus Köln der Domherr Graf Weſterhold, aus Brandenburg der Herr von Quitzow. Auch noch etliche Andere, als der Schöff von Frankfurt, Herr Effinger, der Rath von Hanau, Niklas Blum, der Graf Rothenburg von Kaſſel. Gegen Zwanzig, die wir uns hier und dort einzeln geſprochen und berathen hatten.

Es waren alſo Männer aus allen Gegenden Deutſch⸗ lands, ſprach der Kurfürſt beifällig.

War aus Böhmen Niemand zugegen? fragte Eliſabeth.

Niemand, gnädigſte Frau Kurfürſtin, erwiderte der Rath;allein ich höre, daß die Böhmen eine Geſandtſchaft ſchicken wollen, um die Kurſtimme durch die dreißig Di⸗ rectoren ausüben zu laſſen, dieweil ſie behaupten, daß der König Ferdinand, den ſie des Thrones für verluſtig erklärt haben, ſeine Stimme als Wahlfürſt nicht geltend machen dürfe!

Und mit vollem Recht, wie ich denke, ſagte Eliſabeth; ſo weit ich wenigſtens jetzt Deutſchlands Reichsgeſetze kenne, wäre es doch nicht möglich, daß ein Fürſt eine Wahlſtimme für ein Land abgeben könne, wo er nicht mehr regiert.

Laſſen wir das jetzt auf ſich beruhen, Liebe, bat der Kurfürſt.Was habt ihr in eurer Verſammlung ver⸗ handelt?

Wir haben die Lage des geſammten Vaterlandes, Böh⸗ mens insbeſondere, viel und gründlich beſprochen. Und das Ergebniß war, daß, Alles in Allem erwogen, König Fer⸗ dinand die meiſte Bürgſchaft für die Ruhe, Sicherheit und Feſtigkeit des Reiches geben würde!

Unglaublich! rief die Kurfürſtin lebhaft aus. Geſtattet, daß ich Ew. kurfürſtlichen Gnaden berichte,