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Zweites Capitel.
Der Rath Camerarius erſchien mit einer Mappe voller Papiere unter dem Arme.
Die Kurfürſtin Eliſabeth, welche ſich bis dahin ganz auf dem entfernteſten Theile des Altans aufgehalten hatte, um mit ihrer Schwiegermutter, deren Anſicht ihren Wün⸗ ſchen ſo entgegen war, nicht zuſammenzutreffen, näherte ſich jetzt gleichfalls. Denn ſie hatte es allmälig ſchon dahin zu bringen gewußt, daß ſie faſt an allen Geſchäftsverhand⸗ lungen theilnahm und ihren Einfluß geltend machte.
„Nun, lieber Rath“, redete Friedrich den ſich ehr⸗ furchtsvoll Verbeugenden an,„Ihr ſeid zurück? Was bringt Ihr uns aus Frankfurt?“
„Darf ich zuhören, lieber Friedrich“, fragte Eliſabeth mit dem einnehmendſten Ton und Weſen,„oder ſind es Geheimniſſe für mich?“
„Gewiß nicht! Nicht wahr, Camerarius? Die Kur⸗ fürſtin darf unſere Unterredung hören!“
Der Rath verbeugte ſich ſtumm.
„Aber laßt uns Platz nehmen“, ſprach der Kurfürſt. In der einen Ecke des Altans ſtanden mehrere Seſſel um einen großen ſchweren Tiſch aus Eichenholz mit vielem künſtlichen Schnitzwerk. Dort ſetzte ſich der Kurfürſt; ſeine Gemahlin ihm zur Seite, und der Rath nahm dem fürſt⸗ lichen Paar gegenüber Platz.
„Ihr habt zwar, wie ich ſehe, gleich die Mappe, ver⸗ muthlich mit den laufenden Geſchäftsſachen, mitgebracht, doch
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