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nachdem ſie einen tiefen, innern Kampf gekämpft.„Du glaubſt dir ſelbſt nicht! Es iſt wahr, den Böhmen iſt viel Unbill geſchehen und ich verurtheile ſie nicht, daß ſie offene Gewalt gebraucht haben, um ihre Rechte zu bewahren. Doch es iſt ihnen auch die Hand der Verſöhnung geboten worden. So weit iſt es in Böhmen nie gegangen wie in meinem Vaterlande! Einzelnes Unrecht, ja, ich will es ſogar Verbrechen nennen, iſt, wie es überall geſchieht wo Leidenſchaften gegeneinander kämpfen, in Böhmen geübt, ſogar oft wiederholt worden. Iſt aber das ausreichend, um im ganzen Lande die blutige Fahne der Empörung zu ſchwingen? Jede Ehrfurcht, jeden Gehorſam aufzukündigen gegen die Majeſtät des Königs und des Kaiſers? Alle Vorſchläge der Begütigung zurückzuweiſen, den Funken der
Zwietracht immer neu anzufachen, ſtatt ihn zu löſchen?
O, mein Sohn, glaube mir, der älteren Frau, die viel ſchwere und wildbewegte Zeiten geſehen hat, an ſolchen Tha⸗ ten haben Ehrgeiz, Herrſchbegier und Habſucht Einzelner ebenſo großen und größern Antheil als die gerechte Noth⸗ wehr des Volkes! So rein iſt der Böhmen Sache nicht, daß du dein Leben und deine Krone dafür einſetzen ſollteſt!“
Friedrich wollte antworten; doch ein Diener trat auf den Altan und meldete den Rath Camerarius.
„Schon aus Frankfurt zurück?“ rief der Kurfürſt freudig überraſcht;„ich erwarte ihn; ſogleich, hier.“
„Ich will in den Geſchäften nicht ſtören“, ſprach die Kurfürſtin;„nur die Mutter darf zu ihrem Sohne ſpre⸗ chen; die Witwe des dahingeſchiedenen Beherrſchers hat nicht einzureden in die Thaten und Beſchlüſſe des gegenwärtigen. Lebe wohl, mein Sohn!“
Friedrich küßte ihr ehrerbietig die Hand;— ſie ging.


