Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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ſchlecht anſtehen, ihrem Sohne Zaghaftigkeit zu predigen. Allein dein Großvater prüfte mit Vorſicht, bevor er mit unerſchütterlicher Entſchloſſenheit handelte. Prüfe ſo ſorg⸗ ſam wie Wilhelm von Oranien, und dann handle ſo kühn wie er. Der Graf Egmont war ihm an Muth gleich, aber nicht an Vorſicht! Das entſchied ſein Schickſal!

Es trat eine große Pauſe ein. Friedrich, der ſeine Mutter verehrte und ſeine Gattin liebte, hatte eine harte innere Prüfung zu beſtehen. Seine ehrgeizigen Wünſche griffen nach der Krone Böhmens, ſein Rechtsgefühl, das er vergeblich durch Vorwände zu täuſchen ſuchte, widerſtrebte der Lockung. Gegen das Drängen ſeiner Gattin erwachte dieſes in ihm, bei den Abmahnungen ſeiner Mutter ver⸗ ſtärkte ſich jene. Doch war, im Ganzen gewogen, der Reiz bei ihm größer als das Bedenken, und die Frage um den Ausſchlag legte noch immer ein ſtarkes Gewicht in die Wag⸗ ſchale der letztern.

Was haſt du eigentlich aus Prag erfahren, lieber Friedrich, nahm die Mutter wiederum das Wort;ich weiß, du warſt mit Rippell lange in Berathung.

Es iſt noch nichts entſchieden, liebe Mutter, antwor⸗ tete der Kurfürſt, in welchem bei ihrem wieder milder ge⸗ wordenen Tone auch ſogleich wieder die kindliche Liebe die allein herrſchende Empfindung wurde.Der Landtag iſt nur darüber einig geworden, daß er den König Ferdinand der Krone für verluſtig erklärt hat.

Alſo offener Aufruhr! Entſetzung des Königs! Der äußerſte Act der Empörung gegen ihren angeſtammten und zugleich erwählten Herrſcher! rief die Kurfürſtin in from⸗ mer Entrüſtung. 8

Eins von beiden, theure Frau Mutter, entgegnete der Kurfürſt,iſt doch nur möglich; angeſtammt oder er⸗ 1**