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Kurfürſt etwas verlegen.„Auch nicht in Frankfurt“, ſetzte er raſch hinzu, um nicht allein an jene Angelegenheit ge⸗ dacht zu haben. Und doch ſtanden beide in dem innigſten Zuſammenhange, denn in Böhmen handelte es ſich um die
Wahl eines neuen Königs, in Frankfurt um die eines neuen Kaiſers. Dort hatte Ferdinand bereits eine Königs krone
verloren, hier hegte er die Hoffnung, eine Kaiſerkrone dafür zu gewinnen.
„Du haſt mit mir noch nicht über die Nachrichten aus Prag geſprochen, die dich geſtern ſo beſchäftigten, lieber Sohn“, nahm die Kurfürſtin in einem Tone ſanften Vor⸗ wurfs wieder das Wort.„Allein ich bekenne dir, ich war ſoeben in der Kirche, um mein Gebet zum Himmel zu ſenden, daß er dir in dieſer wichtigen Angelegenheit die höchſte Gnade verleihen möge, die man von ſeiner Huld empfangen kann. Die Gabe, um die König Salomo flehte: «Ein weiſes Herz!»“ 1
Der Kurfürſt fand ſich etwas empfindlich berührt durch die Worte ſeiner Mutter. Ein ſchwankender Charakter wie er war, ohne Sicherheit eigenen Entſchluſſes, hielt er der Mutter gegenüber gerade die Anſicht feſt, die er ſeiner Gat⸗ tin gegenüber angriff.
„Um ein weiſes Herz“, ſprach er nach einer Pauſe,
„bitte ich den gnädigen Gott alle Tage, Frau Mutter; aber ich glaube, ein weiſes Herz muß auch ein muthiges ſein! Ihr verlangt, ich ſolle zaghaft zurücktreten, wo ſich mir der Weg zu Ruhm und Macht öffnet und wo ich be⸗ rufen werde, der Streiter für unſern gereinigten Glauben zu ſein.“
„Nein, Friedrich“, ſprach die Kurfürſtin mit Würde,
„das verlange ich nicht, daß du ein muthloſes Herz habeſt.. Es würde einer Tochter Wilhelm's von Oranien


