Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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5)

Sie zog ihren Arm aus dem des Kurfürſten zurück, ging, getäuſcht über die Wirkung ihrer begeiſterten Rede, un⸗ muthig an den Rand des Altans und blickte auf die Ge⸗ büſche unter ihr hinab. Unwillkürlich drängte ſich ihr die Erinnerung an den Vorfall vor drei Monaten auf, als ſie. ihren Handſchuh verlor und der wilde Herzog Chriſtian von Braunſchweig ihn ſo keck heraufholte.Wenn Fried⸗ rich ſo entſchloſſen wäre! dachte ſie und die Thränen traten ihr ins Auge,ſo würde ihm die Königskrone nicht entgehen! Seinetwegen habe ich Anſprüchen, wie meine Ge⸗ burt ſie mir gibt, entſagt, und jetzt, wo ich ſie wieder er⸗ werben kann wo das Glück vor ſeinen Füßen niederfällt, hat er nicht den Muth es aufzuheben, weil er fürchtet, ſein Geſchenk gegen den Neid Anderer vertheidigen zu müſſen.

Während ſie in dieſe und ähnliche Gedanken verſenkt, achtlos in die Landſchaft hinausblickte, war der junge Kur⸗ fürſt ſeiner würdigen Mutter entgegen gegangen und hatte ihr ehrfurchtsvoll die Hand geküßt.

Haſt du einen Zwiſt mit ihr gehabt? fragte die

Kurfürſtin leiſe und ließ einen Blick auf ihre Schwieger⸗

tochter hinübergleiten.

Ich denke nicht, theure Mutter. Allein du weißt, wie lebhaft ſie iſt, wenn ſie für etwas ſpricht, das ihr am Her⸗ zen liegt!

Hm! ſummte die Kurfürſtin und wiegte das Haupt, als wolle ſie ſagen:O ich verſtehe! Doch ſie ſprach dieſe Worte nicht aus, ſondern ſagte nur nach einiger Zeit: Haſt du Nachrichten von Wichtigkeit erhalten, Friedrich?

Es hat ſich noch nichts Weiteres entſchieden, erwi⸗ derte er.

Entſchieden? Was denn?

Ich meine in der böhmiſchen Sache, erwiderte der