Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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was unſer ganzes Leben entſcheiden ſoll? fragte Friedrich und ſah ſie liebevoll an, da er fühlte, daß er ihrem Zür⸗ nen wie ihren Thränen nicht zu widerſtehen vermöchte.

Wenn es ein Uebel, ein Kampf, eine ſchwierige Unter⸗ nehmung wäre! ſagte die Kurfürſtin lebhaft.Allein du beſinnſt dich, ein Glück ſondergleichen, Macht und Ehre als Geſchenk anzunehmen! Nur weil es vielleicht auch einen Kampf geben könnte! Und wenn auch! Willſt du we⸗ niger muthig ſein als ich? Ich bleibe bei Dem, was ich dir von Amberg geſchrieben, als ich zuerſt die Kunde von den geheimen Unterhandlungen erhielt. Es war nicht un⸗ bedacht, keine bloße Aufwallung; es war mein feſter Ent⸗ ſchluß, denn ich fühle königliches Blut in meinen Adern und deshalb will ich königlich handeln! Ich habe Gottes Wink erkannt, der Alles auf Erden leitet.

Ja, ſo ſchriebſt du, liebe, feurige, muthige Eliſabeth, unterbrach ſie der Kurfürſt.

Und ich würde nie anders denken, noch ſprechen, noch ſchreiben, antwortete ſie.Was ich dir damals ſchrieb, rufe ich dir auch jetzt zu:«Nimm die Krone an! Ich folge mit dir dem göttlichen Geheiß und leide und trage, was der Himmel ſendet! Alles, was ich vermag und habe, will ich für die Erfüllung des hohen Berufs einſetzen!

Eliſabeth! rief Friedrich feurig und umſchlang die junge, reizende Gemahlin mit der Wärme des Danks und der Liebe.

O glaube mir, Friedrich, ſagte ſie innig und vergaß jetzt das froſtigeEw. Liebden,glaube mir, es iſt ein hohes Glück, was dir die Gnade Gottes zuwendet. Du wirſt eine der ſchönſten Kronen tragen, die Deutſchland dar⸗ zubieten vermag; das edelſte, tapferſte Volk beherrſchen! Dir wird der hohe Beruf eines Schutzherrn des echten ge⸗ reinigten Glaubens! Gottes Segen wird über dir und mit