„Ich ſpreche nur nach, was ich gehört!“ „Allein ſo genau und hurtig“, ſcherzte der Kurfürſt, „daß ich eine echte Heidelbergerin zu hören glaube!“
„Ach, Ew. Liebden, mir iſt gar nicht ſcherzhaft zu Sin....
„Ei, meine Liebe“, unterbrach ſie der Kurfürſt;„wer ſagt dir, daß ich ſcherze! Allein ich meinte, du wolleſt ſcherzen mit dieſem feierlichen Ew. Liebden» wie vor un⸗ ſerm Hochzeittage!“
„Ew. Liebden weiß“, entgegnete die Kurfürſtin etwas emnpfindlich,„daß ich, wenn ich ernſt und von Geſchäften rede, die häusliche Vertraulichkeit nicht recht an ihrer Stelle finde. Zumal wenn ich franzöſiſch ſpreche. Ich kann in dieſer Sprache nicht Du ſagen!“
„Ich weiß, meine Liebe, daß du etwas förmlich zu mir wirſt, wenn du empfindlich biſt“, erwiderte der Kurfürſt freundlich,„ſonſt gelingt dir das Du im Franzöſiſchen auch zuweilen! Nicht wahr!“ Und er legte vertraulich den Arm um ihren Leib.
„Ich leugne es nicht, ich empfinde es ſchmerzlich“, ant⸗ wortete Eliſabeth mit kaum unterdrücktem Weinen,„daß dir der Muth fehlt, die Hand nach einer Königskrone aus⸗ zuſtrecken, da du ihn doch hatteſt, um nach einer Königs⸗ tochter zu greifen!“*)
„Eliſabeth! Der Muth fehlte mir?“ rief Friedrich ver⸗ letzt,„ſoll ich nicht reiflich erwägen, was ſo gefahrvoll iſt?“
„Und iſt es denn noch nicht reiflich genug erwogen? Seit dem Mai, wo der Kanzler hier war— und jetzt haben wir Auguſt!“
„Liebe Eliſabeth, iſt es zu viel, drei Monate zu prüfen,
*) Hiſtoriſch.


