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die Waffen erhoben, verübte er nun ſelbſt; aus dem Dul⸗ denden war er der Schuldige geworden, mindeſtens der Verantwortliche!
„Es war ein ſchweres Unglück, daß Mathias ſtarb!“ unterbrach er mit halblautem Ausruf ſeine finſtren Betrach⸗ tungen.„Mit ihm hätten wir Alles geſchlichtet; mit Fer⸗ dinand war es unmöglich! Ihn muß ich gewaltſam zurück⸗ drängen. Sein Gewiſſen geſtattet ihm ja nicht, Frie⸗ den und Ruhe zu halten, wenn er ſich ſtark glaubt zum Kämpfen! Ihn beherrſcht der Glaubenseifer. Ich werde Maß halten,— aber ſicher muß ich uns ſtellen!“
Das war der innere Beſchluß, mit dem er Ruhe zu erringen trachtete. So ſtand er in dunkles Brüten ver⸗ loren.
Die Wache vor ſeinem Zelt rief ein„Wer da?“
Er horchte auf. Wolodna war es, der den Anruf mit dem Loſungswort erwiderte.
„Will der Alte noch ſo ſpät zu mir?“ fragte er ſich, als ſich ſeine Schritte dem Zelteingange näherten.
Wolodna, den Thurn in ſeiner nächſten Begleitung mit ſich führte, weil er ihm beſonderes Vertrauen ſchenkte, hatte zu jeder Zeit Zutritt in das Zelt des Generals. Die unerſchütterliche Redlichkeit des Alten, verbunden mit ſeiner ruhigen Tapferkeit, die in der äußerſten Gefahr ſich immer gleichblieb, hatten Thurn eine Art Ehrfurcht vor ihm eingeflößt, der ſeine untergeordnete Stellung keinen Eintrag that. Ja, er hegte eine Neigung zu ihm, die es ihm oft zum Bedürfniß machte, ihn in ernſten Augenblicken zu ſehen. So war ihm ſein Erſcheinen jetzt innig willkom⸗ men; es galt ihm für ein heilbringendes Omen, daß der ſchlichte, redliche Kriegsmann, gerade jetzt in dieſer Stunde,


