„Wenn Ew. Majeſtät es durchaus befehlen“, antwor⸗ tete der Graf mit dem Ernſt der Selbſtüberwindung,„nun denn“, dieſe frevelnden Rottenführer riefen:„Fort mit dem König Ferdinand! Fort mit den Jeſuiten! Er kann in ein Kloſter gehen,....*)
„Wenn er nur an ſich dächte, nur ſeinen eigenen, tief⸗ ſten Regungen folgte“, ſagte der König mit hehrem Ernſte, „ſo befolgte er dieſen guten Rath.— Aber Ihr ſeid noch nicht am Ende, Graf Fugger! Vollendet Euren Bericht! Alſo— ich ſoll ins Kloſter gehen.... wirklich, weiter nichts?“
„Man rief auch“, fuhr der Graf mit ſichtlicher Be⸗ wegung fort:«Seine Kinder müſſen in der pro⸗ teſtantiſchen Religion erzogen werden!»“**u)
Der König verhüllte ſich. In ſeinem bis dahin ſo männlich feſten Antlitz zuckte ein Schauer. Ueber Lamor⸗ main's Lippen ſchwebte ein unbeſchreibbares Lächeln, welches die äußerſte, denkbare Schärfe ironiſcher Bitterkeit trug. Es herrſchte eine lautloſe Stille im Gemach.
„Meine Kinder!“.... wiederholte Ferdinand endlich, und das Wort erſtarb auf ſeiner Lippe. Die Grabesſtille dauerte fort.
Da ließ ſich der dumpfe Lärmen der draußen zuſam⸗ mengerotteten Volksmaſſen vernehmen. Er ſchwoll brauſend an wie die Brandung des Meeres.
Der erſte Kämmerer öffnete die Thür und rief hinein: „Ein Offizier der Hartſchiere, der eine dringende Mel⸗ dung hat!“
Ferdinand winkte ſtumm, daß er eintrete.— Ein Of⸗ *) Hiſtoriſch. **) Hiſtoriſch.


