Teil eines Werkes 
2. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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„Es ſind“, berichtete Graf Fugger,„augenſcheinlich großentheils dieſelben Leute, von denen ich Ew. Majeſtät eben zuvor ſprach.“

„Ihr hattet Euren Bericht darüber noch nicht vollendet“, antwortete der König.

„Der Graf Trauttmansdorff iſt jetzt ſelbſt Zeuge deſſen geworden, was ich ſchon zuvor vernommen“, antwortete Fugger,„ich möchte Ew. Majeſtät um die Gnade bitten, ſich von ihm Bericht erſtatten zu laſſen!“

Der König nickte beiſtimmend und ſah den Grafen Trauttmansdorff auffordernd an. Dieſer zögerte.

„Nun?“ fragte Ferdinand etwas aufgeregt.„Haltet Ihr mich für ſo furchtſam, daß ich nicht hören könnte, was Ihr doch gehört habt, ohne das Leben davon verloren zu haben? Was es auch ſei! Heraus damit!—— Kann ich mir etwa nicht ſelbſt das Schlimmſte denken? Sie fordern meine Abdankung, vielleicht meinen Kopf!“

„Nein, beim Himmel, das nicht“, riefen Fugger und Trautmansdorf gleichzeitig beſtürzt; und Beſtürzung malte ſich in den Zügen aller Anweſenden.

Nur Lamormain ſtand in ſo unbeweglicher Ruhe wie die ganze Zeit über, und hielt ſein dunkelbrennendes Augen⸗ paar ebenſo bohrend auf dem Antlitz des Königs feſt, wie er die ganze Sitzung über gethan hatte.

„Nun“, hub der König mit einer Faſſung, die in Allen das höchſte Erſtaunen erweckte, wieder an,„ſo iſt es ja noch nicht einmal das Schlimmſte!“ Ein leichtes aber bitteres Lächeln überflog dabei ſeine ernſte Lippe. „Daß ſie mich auf andere Art los ſein möchten, kann ich mir ohne große Mühe denken!— Fugger, berichtet jetzt wörtlich, was Ihr gehört.“

Rellſtab, Drei Jahre. II. 2. 3