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war ſeine große Angſt begreiflich. Er hatte allein im Vor⸗ zimmer gewartet; da hörte er plötzlich Geräuſch und ver⸗ worrene Stimmen im Lakaienzimmer, deſſen Fenſter nach dem Burghof hinauslagen. Er öffnete die Thür, das Gemach war leer, er ſah die Diener durch die anſtoßenden Zimmer nach dem Treppenaufgang eilen. Alle Thüren ſtanden offen. Er folgte. In einem Corridor fand er ein weites Fenſter, durch welches er einen Blick über den Burg⸗ hof hinweg nach der Stadt hatte. Da ſah er die Gaſſen von ſchwarzem Gewimmel erfüllt und hörte jenen dumpf⸗ ſchauerlichen Lärmen, der alle Volkszuſammenrottungen be⸗ gleitet. Die Maſſen wälzten ſich gegen die Burg heran. Die Schreckensbilder des vergangenen Jahres aus Prag traten ihm plötzlich dergeſtalt lebendig vor die Seele, daß er von der Phantaſie ſo mächtig überwältigt wurde, wie damals von der Wirklichkeit. So ſtürzte er zurück nach dem Sitzungsſaal, mehr in dem unbewußten Trieb dort ſelbſt Rettung zu ſuchen als ſie den Verſammelten zu bringen.
Während Slawata ſich um ihn beſchäftigte und halb durch Fragen, halb durch ſeine Berichte dieſe Umſtände erfuhr, hatten Fugger und Trauttmansdorff genauere Er⸗ kundigungen eingezogen. Sie kehrten in großer Aufregung zurück. Wirklich hatten ſich große Volksmaſſen zuſammen⸗ gerottet, und die beleidigendſten Drohungen über den König Ferdinand wurden gehört. Sie drangen auf die Burg an, um ihn zu beſtürmen, daß er das Begehr der evan⸗ geliſchen Stände, von dem ſich Gerüchte in der Stadt verbreitet hatten, erfülle. Die Hartſchiere, welche die Wache im Burghof hielten, waren unters Gewehr ge⸗ treten; dieſer Anblick hatte die Maſſen für den Augenblick ſtutzen gemacht.


