Teil eines Werkes 
2. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Einundzwanzigſtes Capitel.

In dieſem Augenblick flog die Thür des Gemachs vom Vorzimmer her mit Geräuſch auf und Fabricius ſtürzte halb, halb taumelte er herein. Aller Augen richteten ſich erſtaunt auf ihn, Graf Fugger brach mitten im Worte ab. Schon der Anblick des Geheimſchreibers weiſſagte Uebles, denn er ſah ſchrecklich aus und ſein hohles Auge rollte unſtet umher.

Ohne ſich wegen ſeines Eindringens zu entſchuldigen, rief er mit fliegendem Athem:

„Es droht Gefahr,— es iſt kein Kämmerer im Vor⸗ zimmer— es iſt....“ die Verwirrung raubte ihm die Sprache.

„Was gibt es, redet“, fragte König Ferdinand mit Anſehen und erhob ſich von ſeinem Seſſel.

„Die Volksmaſſen,— ſie wälzen ſich heran,— ſie dringen....“

Mehr brachte er unter krampfhaftem Zittern ſeines ganzen Körpers nicht heraus.

„Man muß ſehen was es gibt“, gebot der Kaiſer, und zog eine Schelle. Fugger und Trauttmansdorff eilten nach der Thür, um ſelbſt zu ſehen was vorgehe. Slawata ſuchte Fabricius zu Faſſung und Beſinnung zu bringen. Der Unglückliche ſtand mit ſchlotternden Gliedern. Seit dem für ihn ſo ſchreckenvollen Vorgange auf der Burg zu Prag waren ſeine Nerven ſo zerrüttet, daß er bei jeder nur einigermaßen lebendigen Erinnerung an jenen Tag in ähnliche Zuſtände gerieth wie die gegenwärtigen. Diesmal