Teil eines Werkes 
2. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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„Das iſt ihnen in der letzten Antwort Sr. Majeſtät aufs beſtimmteſte mündlich und ſchriftlich geſagt“, entgeg⸗ nete Eggenberg,„und ſie ſind nun aufgefordert worden, ſich genau über die Art dieſer Conföderation zu erklären. Es iſt ihnen gezeigt worden, daß zu ihrer eigenen Sicher⸗ heit gar keine Defenſion, wie ſie es benennen, kein Bündniß mit Böhmen nöthig ſei; daher müßten ſie ſich be⸗ ſtimmt ausſprechen, ob dieſe ſogenannte Defenſiond mit Sr. Majeſtät Vorwiſſen oder von den Ständen allein, ob ſie von den geſammten Ständen, oder nur von einem Theile beſchloſſen werden ſolle. Sie werden nunmehr hier erſchei⸗ nen. Außer allem Zweifel werden ſie, wie ſchon Ihro Majeſtät bemerkt haben, fordern, daß man ſie frei gewähren laſſe und Alles genehmige, was ſie zu ihrer Sicherung und zu der ihrer angeblichen Rechte für gut finden. Es iſt da⸗ her nothwendig einen Beſchluß zu faſſen, was ihrer drän⸗ genden Forderung gegenüber erwidert werden ſoll.“

„Ich ſehe nicht, wie Se. Majeſtät Nein ſagen kann“, ſagte Graf Dietrichſtein bekümmert.

„Mein Ja hieße meine Abdankung ausſprechen!“ ent⸗ gegnete Ferdinand mit dem Tone des Unwillens.

Es entſtand ein Augenblick tief beſorgter Stille.

„So wäre es“, begann Eggenberg nach einigem Zö⸗ gern;„denn die Vermeſſenheit der empörten Rotten geht ſchon ſo weit, ſolche frevelhafte Forderungen öffentlich laut werden zu laſſen.“

„Allein“, fragte der Cardinal,„haben wir die Macht ſolche Frevler zu zügeln und zu beſtrafen? Ew. Liebden ſelbſt haben uns im Beginn Ihres Vortrags geſagt nein. Und auch ich habe mich in der kurzen Zeit, die ich hier bin, überzeugt, daß die geringe Beſatzung die aufrühreri⸗ ſchen Maſſen nicht im Zaum halten kann!“