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„Es wird nicht lange dauern“, bemerkte der König.
„Das iſt auch die Befürchtung der Räthe Ew. Maje⸗ ſtät“, fuhr Eggenberg fort.„Seit die evangeliſchen Stände Deputationen in das Lager des Aufrührers Thurn geſchickt haben, wozu Ew. Majeſtät in unerſchöpflicher Gnade aller⸗ dings die Einwilligung ertheilt, iſt durch die dort empfan⸗
genen, öffentlich verlautbarten Beſcheide und vielleicht noch—
mehr durch die geheim gepflogenen Unterhandlungen ihre Kühnheit mehr und mehr gewachſen. Der Plan einer heim⸗ lichen und feſten Verbindung zwiſchen ihnen und den Auf⸗ ſtändiſchen in Böhmen, Mähren und Schleſien tritt offen⸗ kundig hervor. Es iſt dies, wie ſich durch die Documente nachweiſen läßt, eine ſchon längſt gehegte Abſicht, behufs welcher bereits vor länger als acht Monaten hierſelbſt ver⸗ rätheriſche Unterhandlungen angeknüpft worden ſind.“
„Ganz richtig, man hat mir ſchon damals davon be⸗ richtet“, bemerkte der König.
„Es läßt ſich vermuthen, daß nur aus dieſem Einver⸗ ſtändniß Thurn die Kühnheit geſchöpft hat, bis vor dieſe Hauptſtadt zu rücken. Denn nimmermehr hätte er ſich ſonſt einbilden können, daß dieſe Stadt, welche vor noch nicht hundert Jahren dem mächtigen Erbfeind des Reichs, den wilden Horden der Türken unter dem Sultan Soliman, die in zwanzigfach ſtärkerer Zahl herangerückt waren, mann⸗ haften, unüberwindlichen Widerſtand geleiſtet hat, von ihm könne bezwungen werden. Daher ſehen Ew. Majeſtät ge⸗ treue Räthe in dieſem Geiſt des Aufruhrs, in dieſem Ab⸗ falle von der heiligen Kirche die größte und eine viel größere Gefahr als die, welche uns von dem feindlichen Heere droht!“
„Die Gefahr, von der Ew. Liebden ſprechen“, unter⸗ brach der König den Redner,„iſt allerdings groß. Es be⸗


