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Auf einen Wink des Königs traten die Räthe an ihre Plätze.
„Ew. Liebden“, wandte er ſich zum Fürſten Eggenberg, der ſich durch dieſen Titel, welcher aus des Kaiſers Munde eigentlich nur den Reichsfürſten zukam, ſtets ſehr geſchmei⸗ chelt fühlte.„Berichten Sie mir zuerſt!“ Mit dieſen Worten ſetzte er ſich, ohne weiteres Ceremoniell, denn es war auch nicht ein einziger Diener oder unterer Beamte zugegen, auf den Seſſel, zu dem zwei Stufen hinaufführten.
Die Räthe nahmen unmittelbar danach Platz. Fürſt Eggenberg nahm einige Papiere aus ſeinem Portefeuille und begann den Vortrag:
„Wir dürfen es Ew. Majeſtät nicht verhehlen, daß die Stimmung eines großen Theils der Einwohner der Stadt immer bedrohlicher wird und immer verwegener zu Tage tritt.“
„Ich weiß, ich weiß“, bemerkte der König,„ich habe ſelbſt gehört!“
„Auf Plätzen und an den Straßenecken finden Zuſam⸗ menrottungen ſtatt, in denen die frevelhafteſten Reden ge⸗ führt werden. Die Kriegsknechte können dem nicht ſteuern, da ſie auf den Wällen gegen den Feind nothwendig ſind, und von den Bürgern, die aufgefordert wurden, hat ſich nur eine ſo geringe Zahl zum bewaffneten Dienſt geſtellt, daß dieſelbe nicht nur nichts gegen ſolche Auftritte vermöchte, ſondern noch dazu dienen würde, größeres Unheil herbeizu⸗ führen. Es ſind der Evangeliſchen ſo Viele in der Stadt, daß ſie die Mehrzahl zu bilden ſcheinen, und die evangeli⸗ ſchen Mitglieder der Stände ſind auf alle Weiſe thätig den böſen Geiſt des Aufruhrs zu pflegen. Wenn ſie noch nicht öffentlich gegen Ew. Majeſtät aufgetreten ſind, ſo iſt dies nur einem ſchwachen Ueberreſt von Ehrfurcht zuzuſchreiben, der ſie noch nicht gänzlich pflichtvergeſſen werden läßt.“


