Teil eines Werkes 
2. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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„Freilich, freilich“, fiel Trauttmansdorff ein,„der ſelige Kaiſer Mathias behandelte die ganze Sache anders!“

„Da iſt der Cardinal“, unterbrach Graf Eggenberg das Geſpräch.— Es war der Cardinal Graf Dietrich⸗ ſtein aus Mähren, der eben eintrat; ihm folgte der Graf Fugger, ein Abkömmling der berühmten augsburger Familie.

Man begrüßte ſich mit den Eintretenden. Der Car⸗ dinal Dietrichſtein empfing die Glückwünſche und theilneh⸗ menden Aeußerungen der Verſammelten. Er war aus Mähren geflüchtet, woſelbſt er, nachdem Thurn es beſetzt hatte, gleich dem Fürſten Liechtenſtein und dem Freiherrn von Zierotin in ſeinem Hauſe durch die Aufſtändiſchen be⸗ wacht worden war. Allein es war ihm geglückt zu ent⸗ kommen, und ſeit einigen Tagen befand er ſich in Wien.

„Wir ſind jetzt vollzählig“, bemerkte Eggenberg;„ich glaube es wird gut ſein, Se. Majeſtät davon zu benach⸗ richtigen, denn die Zeit drängt. Die Deputation der evan⸗ geliſchen Stände wird ſchon in den Frühſtunden eintreffen!— Da iſt Se. Hochehrwürden!“

Der Beichtvater des Königs, Pater Lamormain, trat aus dem Cabinet; ſein ſcharfes, ſchlaues Auge überflog mit raſchem Blick die Verſammelten. Als er des Cardinals anſichtig wurde, ſchritt er gegen dieſen vor, verbeugte ſich ehrfurchtsvoll und küßte deſſen Hand.„Ew. Eminenz mei⸗ nen ehrfurchtsvollſten Morgengruß; möge des Himmels Auge über Ew. Eminenz Tage wachen!“

„Ich danke Euch, ehrwürdiger Vater“, erwiderte der Cardinal,„und wünſche Euch desgleichen!“

„Se. Majeſtät ſind bereit, die Herren zu empfangen“, wandte ſich Lamormain zu den Uebrigen.

Eggenberg nahm den Vortritt; Alle gingen zum Könige

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