der Graf Khevenhüller, der das Document mit durchlaufen hatte,„denn dieſes Actenſtück, deſſen Datum entſcheidend iſt, ſpricht zu beſtimmt darüber!“
„Und warum ſollte Thurn“, nahm Slawata das Wort wieder,„die Vereinigung mit den öſterreichiſchen Ständen nicht ſchon damals betrieben haben? Die Böhmen waren in Maſſe aufgeboten, der Kaiſer Mathias überraſcht worden, die böhmiſchen Waffen mehrmals glücklich geweſen. Thurn iſt der verwegenſte Schwindelkopf, den es gibt, warum ſollte er nicht einen Gedanken gefaßt haben, der bei der Lage der Umſtände nichts weniger als unausführbar war?— Die böhmiſchen Utraquiſten wußten ſehr gut, wie ſtark die evangeliſche Partei in den öſterreichiſchen Ständen vertreten iſt! Was wir jetzt erleben, war damals ſchon ihr Plan, ihre Hoffnung. Jener Zeit wurde geſäet, jetzt iſt die Ernte reif!“
„Ich glaube auch, es iſt ſo“, ſtimmte Graf Trautt⸗ mansdorff bei.„Allein, Slawata, weshalb ſchritt man nicht ſchon damals ein? Dieſer böhmiſche Unterhändler .... wie heißt er doch?“
„Diewiß.“
„Richtig! Nun dieſes Mannes hätten wir uns bemäch⸗ tigen ſollen, ſo würden wir mindeſtens das ganze Geſpinnſt
der geheimen Fäden in ſeinem Zuſammenhange kennen ge⸗
lernt haben!“
„Das war auch in Abſicht. Allein Diewiß entkam in unbegreiflicher Weiſe und verſchwand ſpurlos aus der Stadt, wie er ungeahnt gekommen war. Und um gegen einen ein⸗ heimiſchen Edelmann, ein Mitglied der Stände, wie Thar⸗ radel, einſchreiten zu können, lag nichts Hinlängliches vor. Auch waren die Umſtände damals...“


