Teil eines Werkes 
2. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Ihre Hoffnung war die Hoffnung Vieler, die Hoffnung aller Redlichen in jenen Tagen. Sie ſollte ſich nicht er⸗ füllen! Schwere Verblendung, düſterer Eifer und arger Sinn warfen die zerſtörende Fackel der Zwietracht in die Saaten des Friedens. Und wie faſt immer in den ſchweren Geſchicken des Menſchen, war er es ſelbſt, der ſie herauf⸗ beſchwor in unſeliger Verwirrung, zu unſeligem Verderben!

Zwanzigſtes Capitel.

Am 11. Juni des Jahres 1619 verſammelten ſich ſchon am frühen Morgen im Vorzimmer des Königs Ferdinand in der Burg zu Wien mehrere ſeiner vertrauteſten Räthe und Freunde, welche zur Beſprechung der bedrängten Lage, in der ſich Stadt und Reich befanden, geladen waren.

Der Pater Lamormain war ſchon im Gemach Sr. Majeſtät ſelbſt; jedoch mehr als Beichtvater und geiſtlicher Beiſtand, denn als Rathgeber, in weltlichen Angelegenheiten. Dieſe letztern ſollten in gemeinſamer Beſprechung berathen- werden. Von den dazu Beſchiedenen waren Einige bereits eingetroffen. Fürſt Eggenberg, der vertrauteſte aller Räthe des Kaiſers, der Graf Khevenhüller aus Kärn⸗ ten, der ſchon den Auftrag hatte, nach Madrid abzu⸗ gehen, um Spaniens Hülfsthätigkeit für Ferdinand anzu⸗ ſpornen; der Graf Trauttmansdorff, ein noch junger Mann, erſt nach Kaiſer Mathias' Tode in den Geheimen Rath berufen.— Ferner Slawata, in deſſen Begleitung ſich