Teil eines Werkes 
2. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Und was geſchieht alsdann? fragte Schmerl beſorg⸗ lich. Die Antwort wurde dem Stallmeiſter geſpart. Denn ein dumpf donnernder Knall machte plötzlich die Fenſter⸗ ſcheiben klirren. Alle fuhren zuſammen. Aber noch bevor ſie ſich von ihrem Schrecken erholt hatten, traf ſie ein neuer. Denn ein heller, flackernder Flammenſchein fiel ins Gemach, und faſt gleichzeitig krachte und praſſelte es, daß den Ver⸗ ſammelten Hören und Sehen verging. Ein halb Dutzend zerſplitterter Fenſterſcheiben ſtürzte klirrend in das Gemach.

Das war eine Granate, ſagte der Stallmeiſter auf⸗ ſtehend, trocken. Er war der Einzige, der ganz ruhig ge⸗ blieben war.Sie muß hier gerad auf dem Stephansplatz niedergefallen und crepirt ſein. Noch bevor er das Wort geredet hatte, donnerte es abermals und zum dritten und vierten male.

Heiliger Stephan, nimm uns in deine Obhut! rief Schmerl.Der Untergang der Stadt iſt da!

Er ſtürzte hinaus; die Andern folgten ihm voller Angſt und Beſtürzung. Der Stallmeiſter allein blieb ruhig ſitzen und trank ſeinen Wein aus.Das Geſindel läuft erſt recht in die Gefahr hinein, murmelte er vor ſich hin; ich denke hier das Gewölbe wird mir doch noch etlichen Schutz gewähren. Und ſchlägt eine Bombe durch, hab ich's doch immer noch beſſer hier beim Glaſe als auf dem Straßen⸗ pflaſter!

Draußen lief das Volk erſchreckt zuſammen. Bisher hatten die Belagerer ſich darauf beſchränkt, die Stadt zu umſchließen, und bis auf die wenigen einzelnen Schüſſe am heutigen Vormittag nichts dagegen unternommen. Sie ſchienen abgewartet zu haben, ob bei der großen Zahl von Evangeliſchen in der Stadt ihnen nicht die Thore von ſelbſt geöffnet oder wenigſtens vortheilhafte Bedingungen ange⸗