Teil eines Werkes 
2. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Genug, eine Botſchaft von zwölf Herren, auch mein Herr Graf war dabei, und an der Spitze der Graf Puch⸗ heim, iſt heut hinaus geweſen. Es war Alles zu Pferd, die zwölf Herren voran, dann etliche ſtattliche Begleitung, wozu auch ich gehörte, und ein Dutzend Diener, um die Pferde zu halten. Bis an die Vorpoſten des Lagers blie⸗ ben wir zu Roß. Dort aber ließen ſie uns zu Pferd nicht weiter; die Herren ſaßen ab, gaben die Pferde an die Diener und gingen zu Fuß weiter. Wir, aus der Begleitung, ſchloſſen uns an.

Wie ſah es im Lager aus? Erzählt uns das, Herr Stallmeiſter, ich bitte gar ſchön, bat Schmerl mit haſtiger Neugier.

Ernſthaft genug! Es iſt eine Menge Volks! Zu Roß und zu Fuß; bärtige, ſonnenverbrannte, wilde Kerle, dieſe Böhmen!

Es ſollen auch Mongolen und Tataren dabei ſein! bemerkte Schmerl. 3

Das Staunen der Zuhörer über dieſe ſchauerlichen Völ⸗ kerſchaften machte ſich in einem halb verhaltenen Ah! und Oh! Luft.

Wir fanden den Grafen Thurn ſchon vor ſeinem Zelt. Ein ſtattlicher Herr, hochgewachſen, etwa ein ſtarker Vier⸗ ziger oder funfzig ſogar. Ein halbes Dutzend Offtziere ſtand hinter ihm. Alle im ſchönſten Schmuck, blanken Hel⸗ men und Harniſchen, koſtbaren Waffen. Unſere Herren ſtellten ſich in zwei Reihen auf, Graf Puchheim vor ihnen; wir unſererſeits ein zwölf bis funfzehn Schritt zurück. Graf Thurn lüftete den Hut; er ſah vornehm, aber nicht un⸗ freundlich. Der Herr Graf Puchheim verbeugte ſich tief und hielt ihm dann die Anrede. Während deſſen wurde es kriegeriſch laut im Lager. Es ſchmetterten Trompeten, Rellſtab, Drei Jahre. II. 2. 2