Teil eines Werkes 
2. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Vergebt, daß ich Euch unterbreche, ſiel ihm Meiſter Spingler ins Wort,allein ich glaube, daß es hier noch ſo Manche unter uns gibt, die gar nicht von dem eigent⸗ lichen Vorgang unterrichtet ſind. Klärt ſie alſo doch dar⸗ über auf, Herr Stallmeiſter! Es ſind Leute, die wenig Politik verſtehen!

So, ſo! Gern, ihr Herren, erwiderte der Stall⸗ meiſter.In der Verſammlung der geſammten Stände, katholiſche und evangeliſche, vorgeſtern, hatten die katholi⸗ ſchen Herren beſchloſſen, eine Botſchaft zum Grafen Thurn hinauszuſchicken, um ſich in Güte mit ihm zu ſtellen, da ſie nichts wider ihn unternommen hätten. Sie hatten ſich bereits mit den evangeliſchen Herren verſtändigt, um eine Conföderation mit dem Königreich Böhmen zu Stande zu bringen.

Eine Conföderation mit Böhmen! rief Schmerl, was ſoll das bedeuten?

Nun, daß man gemeinſame Sache machen wolle und ſich vertragen und gleiche Rechte der Confeſſionen feſt⸗ ſtellen

Ja, ja! Sich vertragen und gleiche Rechte, dafür bin ich auch, rief Schmerl,Ihr nicht auch, Haidvogl? Und ihr, Freunde? Ein aus verworrenen Stimmen gemiſchtes Ja war das Ergebniß dieſer Anfrage. Der Redner fuhr fort:Das wollten ſie nun dem Thurn vorſtellen, damit er davon ablaſſe, die Stadt zu bedrängen und in Brand zu ſchießen, wie man fürchtet....

Bei Leibe! Das wäre ja entſetzenvoll, unterbrach Schmerl.

Unterbrecht doch nicht fortwährend mit Eurem Ge⸗ ſchwätz, Gevatter, ſchalt ihn Haidvogl.Laßt uns doch endlich hören, wie es abgelaufen iſt.