Teil eines Werkes 
2. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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verhandeln als die Evangeliſchen? Sie wollen ſich allerlei ausbedingen, es wird ihnen bang wie uns Allen!

Wahrhaftig mir iſt ſchon längſt bang geworden! rief Schmerl mit betrübter Stimme aus.

Haben denn die Katholiſchen etwas erlangt? Haben ſie etwas ausgerichtet? Wißt Ihr nicht, Meiſter Spingler?

Während dieſer Worte ging die Thür auf und ein großer ſtarker Mann trat ein; ſein Geſicht verrieth den Soldaten; ſeine Tracht war bürgerlich. Doch zeigten ſeine hohen Reiterſtiefeln, die Sporen daran und die ſtraffen le⸗ dernen Beinkleider, daß er viel mit Reiten zu thun habe.

Der kann's Euch ſagen, wandte ſich Spingler zu Schmerl und zeigte mit dem Finger auf den Eintretenden. Es iſt der Stallmeiſter des Grafen Thun. Sein Herr iſt mit draußen geweſen und er hat ihn begleitet. Ich ſah ſie heut Morgen Beide über den Graben reiten.

Kennt Ihr ihn, Meiſter, ſo fragt ihn doch ein wenig, thut mir den Gefallen, flüſterte Schmerl.

Der Eintretende hatte Platz genommen und forderte ſei⸗ nen Becher Gumpoldtskirchner. Spingler rückte ihm etwas näher und fragte ihn vertraulich, ob er nichts über den Ausgang der Sache wiſſe.

Wohl weiß ich, antwortete der Stallmeiſter,und mehr als mir lieb iſt und als euch Allen lieb ſein kann. Es wird uns nicht zum beſten ergehen. Der Thurn hat eine ſcharfe Antwort gegeben.

O erzählt doch! Wie ging's? Was iſt eigentlich ge⸗ ſchehen? tönten die Stimmen durcheinander.

Es war kein freudiges und kein leichtes Geſchäft mit ihm zu unterhandeln! begann der Stallmeiſter.Doch die Herren hatten es einmal übernommen und es war ein noth⸗ wendiges. Wir ritten zum Burgthor hinaus..... 46