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„Aber jetzt thun ſie das Maul auf ſeit der Thurn vor die Stadt gerückt iſt“.... rief Muntſch, ein Fleiſcher⸗ meiſter ſeines Gewerbes.„Jetzt haben ſie das große Wort!“
„Ja und wir halten däs Maul!“ meinte Haidvogl achſelzuckend.
„Könnt ihr euch wundern, daß ſie ſich laut machen?“ fragte ein älterer Mann;„wißt ihr nicht, was Alles im Werke iſt?“
„Im Werke, Meiſter Spingler? Und was denn?“ fragten Mehre zugleich.
Meiſter Spingler, ein geſchickter Brunnenmacher, ein beſonnener Mann, ſchon in Jahren, der ſich für einen großen Politikus hielt, wiegte bedeutſam das Haupt.„Hätte ich doch nicht geglaubt, daß ihr ſo wenig wüßtet, was vor⸗ geht! Die evangeliſchen Stände haben ſich ja zuſammen⸗ gethan und berathen. Sie wollten dem König etwas vor⸗ legen, eine Urkunde oder Dergleichen. Dann wollen ſie gleichfalls eine Deputation zu Thurn ſchicken.“
„Weil die Katholiſchen das heut gethan haben?“ fiel Schmerl ein, ſich durch die Frage ein Anſehen gebend, als wiſſe er ſehr wohl was vorgehe.
„Haben ſie das gethan?“ riefen Viele.
„Und das wißt ihr nicht?— Freilich! Dieſen Vor⸗ mittag ſchon!“ belehrte ſie Schmerl mit Wichtigkeit.„Se. Gnaden der Graf Puchheim war ihr Führer!“*)
„Was haben denn aber“, fragte Haidvogl erſtaunt, „die katholiſchen Stände mit dem Thurn zu ſchaffen?“
„Ihr verſteht Euch auf wichtige Sachen! Das muß man ſagen“, antwortete Meiſter Spingler.„Die Katholiſchen haben doch wol mehr Urſach mit dem Grafen Thurn zu
*) Hiſtoriſch.


